DIeses Projekt analysiert Normen zu Gender und Elternschaft, die sich auf den Anteil und die Intensität der für ihre Kinder aufgewendeter Zeit von Müttern und Vätern beziehen. Solche Normen sind in gegenwärtigen Gesellschaften stark umkämpft, sowohl zwischen wie auch innerhalb von sozialstrukturellen Gruppen, wie beispielsweise unter Frauen oder Hochgebildeten. Im Einklang mit dem generellen RISS II Framework werden wir uns auf die Politisierung von Gender- und Elternschaftsthemen konzentrieren. Unsere Hauptforschungsfragen sind folgende:
RQ1: Inwiefern sind die Gender- und Elternschaftsnormen von Individuen vom sozialstrukturellen und politischen Kontext ihres Landes geformt und wie verändern diese kontextuellen Charakteristiken die Beziehung zwischen individueller sozialstruktureller Gruppenzugehörigkeit und Gender- und Elternschaftsnormen?
RQ2: Unter welchen politischen und sozialstrukturellen Bedingungen und für welche (Unter-) Gruppen werden Gender- und Elternschaftsnormen politisiert und auf individuelle politische Einstellungen und (Wahl-) Verhalten bezogen?
RQ1 fokussiert auf Gender- und Elternschaftsnormen als abhängige Variablen,die von gesellschaftlicher sozialstruktureller Rekonfiguration und dem Grad der Politisierung von Gender- und Familienthemenin einem Land geformt werden können. RQ2 analysiert Gender- und Elternschaftsnormen als unabhängige Variablen, die unter bestimmten Makrobedingungen politisiert werden können und individuelle politische Einstellungen und Wahlverhalten beeinflussen können. Um beide Fragen zu analysieren betrachten wir nationale Variationen von Gender- und Elternschaftsnormen sowohl als abhängige wie auch unabhängige Variablen.